Kloster St. Klara zwischen Geschichte und Aufbruch
von Delf Bucher
Gut zwei Jahre sind vergangen seit dem Wegzug der Schwestern des Klosters St. Klara. Dennoch lässt sich sagen: Das Kloster lebt! 70 Mietparteien bevölkern das monastische Areal. 50 Haushalte beziehen mit ihrem Gemüseabo Frisches aus dem Klostergarten – auch die Gastronomen von «K-Events», die mit Taufen, Hochzeiten und Familienfesten regelmässig das Refektorium füllen. Drei Theatergesellschaften haben Proberäume gefunden, wo früher im Mädcheninstitut Physik und Chemie gebüffelt wurde.
Franziskanischer Geist
«Das Kloster lebt nicht nur, sondern es weht ein franziskanischer Geist darin», sagt Seelsorger Marino Bosoppi. Er ist mit zwei Ordensschwestern im Stiftungsrat dafür besorgt, dass weiterhin ein sakraler Oberton in den Gebäuden mitschwingt. Die Gottesdienste in der Klosterkirche – jeden Sonntag um 18 Uhr –, die Konzerte und Vorträge, beispielsweise über die Vita der heiligen Klara, stehen dafür. Stiftungsratspräsident Niklaus Reinhard betont ebenfalls: «Für uns ist es wichtig, dass auch in Zukunft das klösterliche Erbe erfahrbar bleibt.» Skulpturen und Bilder sollen die Räume schmücken. Ganz im Gegensatz zum Männerkloster an der Mürg, wo nur noch das Gebäude an das einstige Leben des Ordens erinnert. Reinhard, dessen Architekturbüro sich auch im ehemaligen Institutsgebäude befindet, liegt vor allem die künftige bauliche Entwicklung am Herzen.
Die erste Idee, das Konventgebäude für Wohnzwecke umzubauen, wurde verworfen. «Da stehen denkmalpflegerische, bauliche und finanzielle Gründe dagegen», so Reinhard. Vorgesehen ist jetzt eine gewerbliche Nutzung. Dafür braucht es nur wenige bauliche Eingriffe. Nach dem Auszug der Baudirektion, die nach dem Umbau des Breitenhauses wieder in ihr angestammtes Domizil zurückkehrt, werden schon bald die ersten Ausschreibungen für Mietinteressenten veröffentlicht.
Konzepte von Studierenden
Sorgfältig werden nun weitere Planungsschritte geprüft. Studierende der Hochschule Luzern haben erste Konzepte erarbeitet, wie auf dem Areal neue Bauten für Wohnzwecke entstehen könnten. Vom Frühjahr an sollen mit einer grösseren Detailtiefe und mit dreidimensionalen Modellen mögliche Erneuerungen ausgearbeitet werden. «Dadurch können wir mit sehr konkreten Vorgaben den anstehenden Architekturwettbewerb ausschreiben», sagt Reinhard. Es seien aber bei den Neubauten keine hochpreisigen Wohnungen geplant. Eines betont Reinhard indes: «Die Mieteinnahmen müssen so kalkuliert sein, dass der Lebensunterhalt der Schwestern in Luzern sichergestellt ist.»