Kloster St. Klara zwischen Geschichte und Aufbruch

23. Februar 2026
Trotz architektonischem Wandel im ehemaligen Frauenkloster St. Klara bleibt dort der franziskanische Geist spürbar. Bald werden Räume des Konventgebäudes für Mietinteressenten ausgeschrieben und ein Nutzungskonzept für einen Architekturwettbewerb ausgearbeitet.

von Delf Bucher

Gut zwei Jahre sind vergangen seit dem Wegzug der Schwestern des Klosters St. Klara. Dennoch lässt sich sagen: Das Kloster lebt! 70 Mietparteien bevölkern das monastische Areal. 50 Haushalte beziehen mit ihrem Gemüseabo Fri­sches aus dem Klostergarten – auch die  Gastronomen von «K-Events», die mit Taufen, Hochzeiten und Familienfesten regelmässig das Refektorium füllen. Drei Theatergesellschaften haben Proberäu­me gefunden, wo früher im Mädchen­institut Physik und Chemie gebüffelt wurde.

Franziskanischer Geist
«Das Kloster lebt nicht nur, sondern es weht ein franziskanischer Geist darin», sagt Seelsorger Marino Bosoppi. Er ist mit zwei Ordensschwestern im Stif­tungsrat dafür besorgt, dass weiterhin ein sakraler Oberton in den Gebäuden mitschwingt. Die Gottesdienste in der Klosterkirche – jeden Sonntag um 18 Uhr –, die Konzerte und Vorträge, bei­spielsweise über die Vita der heiligen Klara, stehen dafür. Stiftungsratspräsident Niklaus Reinhard betont ebenfalls: «Für uns ist es wichtig, dass auch in Zukunft das klösterliche Erbe erfahrbar bleibt.» Skulpturen und Bilder sollen die Räume schmücken. Ganz im Gegensatz zum Männerkloster an der Mürg, wo nur noch das Gebäude an das einstige Leben des Ordens erinnert. Reinhard, dessen Architekturbüro sich auch im ehemaligen Institutsgebäude befindet, liegt vor allem die künftige bau­liche Entwicklung am Herzen.

Die erste Idee, das Konventgebäude für Wohnzwecke umzubauen, wurde verworfen. «Da stehen denkmalpflege­rische, bauliche und finanzielle Gründe dagegen», so Reinhard. Vorgesehen ist jetzt eine gewerbliche Nutzung. Dafür braucht es nur wenige bauliche Eingrif­fe. Nach dem Auszug der Baudirektion, die nach dem Umbau des Breitenhauses wieder in ihr angestammtes Domizil zu­rückkehrt, werden schon bald die ersten Ausschreibungen für Mietinteressenten veröffentlicht.

Konzepte von Studierenden
Sorgfältig werden nun weitere Planungs­schritte geprüft. Studierende der Hoch­schule Luzern haben erste Konzepte erarbeitet, wie auf dem Areal neue Bau­ten für Wohnzwecke entstehen könnten. Vom Frühjahr an sollen mit einer grös­seren Detailtiefe und mit dreidimensio­nalen Modellen mögliche Erneuerungen ausgearbeitet werden. «Dadurch können wir mit sehr konkreten Vorgaben den an­stehenden Architekturwettbewerb aus­schreiben», sagt Reinhard. Es seien aber bei den Neubauten keine hochpreisi­gen Wohnungen geplant. Eines betont Reinhard indes: «Die Mieteinnahmen müssen so kalkuliert sein, dass der Le­bensunterhalt der Schwestern in Luzern sichergestellt ist.»

Niklaus Reinhard, Stiftungsratspräsident. (Bild: Delf Bucher)
Niklaus Reinhard, Stiftungsratspräsident. (Bild: Delf Bucher)