Die Form des Hotels von 1893 als Vorbild

23. April 2026
«Rebirth» ist das Codewort, welches die Architekten ihrem Vorschlag für den Neubau auf dem Stanserhorn gegeben haben. Volumetrisch lehnt es sich am Hotel aus dem Jahre 1893 an. Funktionell erneuert es die Gastronomie, wie StHB-Geschäftsführer Peter Bircher im Gespräch erläutert.

Interview: Peter Steiner

Peter Bircher, wie erklären Sie den Stanserinnen und Stansern, dass der Stern auf dem Stanserhorn, das Drehrestaurant, untergehen soll?
Peter Bircher: Bei der Eröffnung im Jahr 2001 war das Drehrestaurant eine absolute Pionierleistung. Zum Zeitpunkt des Rückbaus wird es gegen 30 Jahre Betrieb hinter sich haben. Zugegeben: Wir rücken ihm ungerne zu Leibe, doch unser jetziges Vorhaben zielt auf eine ganzheitliche Neugestaltung der Restauration ab. Bewusst haben wir den Architekten dafür freie Hand gelassen – keines der acht eingeladenen Planungsteams will indes den Stern weiter nutzen. Das im Gegensatz zur historischen Basis, dem gemauerten Sockel des ehemaligen Hotels aus dem Jahre 1893: Alle Büros kamen zum Schluss, dass der aktuelle Standort ideal ist.

Nur: Was da ist, genügt offenbar nicht mehr?
Richtig. Mit der Cabrio-Bahn hat sich die Besucherfrequenz massiv gesteigert, sie ist letzte Saison bei 215'000 Gästen angelangt, das sind 60 Prozent mehr als zu Vor-Cabrio-Zeiten. Die Infrastruktur ist aber immer noch die alte: Die Küche und die sanitären Anlagen wurden nicht auf diese Frequenz hin konzipiert. Die Gasträume lassen eine gleichzeitige Nutzung durch Einzelgäste und Gruppen nicht ideal zu. Um Bankette, Seminare, Hochzeiten und Ähnliches kundenfreundlich beherbergen zu können, müssen wir das Raumangebot ausweiten. Kommt hinzu, dass das aktuelle Gebäude den Ausblick Richtung Alpen forciert und jenen Richtung Vierwaldstättersee/Luzern vernachlässigt.

Das Siegerprojekt steht seit einem halben Jahr fest, mit der Begründung der Nachbearbeitung ist die öffentliche Bekanntgabe aber erst jetzt erfolgt.
Das Projekt der Arbeitsgemeinschaft Krähenbühl und Weitschies aus Chur lehnt sich in der Positionierung und der Volumetrie ans 1970 abgebrannte Hotel an – eine «Wiedergeburt» eben. Von der inneren Organisation, der Form und der Materialisierung her – Holz und viel Glas – hat es uns überzeugt, etwas weniger mit vier Etagen über dem Sockel. Es galt zu prüfen, ob unsere Ziele nicht auch mit drei Ebenen erfüllt werden können – und siehe da: Das ist ohne Einbussen möglich.

Welches sind die weiteren Schritte?
Die Projektskizze muss nun in eingabefähige Pläne umgesetzt werden. Im Optimalfall rechnen wir mit der Baubewilligung im Jahr 2028 und mit der Umsetzung bis 2030. Herausfordernd wird auch die Organisation der Transporte sein, wobei die Installation einer Materialseilbahn denkbar ist. Parallel zu den Bauvorbereitungen müssen wir die Finanzierung in der Höhe von rund 34 Mio. Franken sicherstellen, wobei wir in der glücklichen Lage sind, über erhebliche eigene Reserven zu verfügen.

«Hier wird's den Gästen wohl sein», ist Peter Bircher überzeugt. (Bild: Peter Steiner)
«Hier wird's den Gästen wohl sein», ist Peter Bircher überzeugt. (Bild: Peter Steiner)